Wie entsteht das Programm

Bereits zum zehnten Mal wird 2017 das Festival da Jazz in St.Moritz begangen. Zeit, endlich ein wenig hinter die Kulissen zu schauen.

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Bevor der ganze Organisations-Apparat seine Tätigkeit aufnehmen kann, muss Festival Direktor Christian Jott Jenny ein ungefähres Programm erstellen. Da dieses Jahr ein Jubiläum ansteht, haben Jenny und Rebecca Bretscher (Artist Relations) sich einiges vorgenommen. «Man heckt etwas aus, das nach den ersten Kontakten mit Managern und Künstlern bereits wieder zusammenkracht wie ein Kartenhaus.» beschreibt Jenny den Vorgang. Die grossen Acts planen weit voraus und entsprechend lassen sich die gewünschten Daten oft nur mit Korrekturen verwirklichen. Man beginnt mit einem Wunschkonzert, doch bald landet man unsanft in der Realität. Natürlich ist das liebe Geld ein meist entscheidender Faktor. Künstler sind heute mehr denn je auf Einnahmen aus Konzerten angewiesen. Entsprechend höher sind die Gagen-Forderungen. 

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Wer nun denkt, eine Zusage sei das Zeichen, dass alles im Trockenen ist, muss sich von Bretscher belehren lassen. «Nachdem Christian einen Termin einmal fixiert hat, kann noch sehr viel schief gehen. Nun ist es an mir, die Details auszuhandeln und dabei kann nochmals einiges passieren. Plötzlich verändern sich Gagen, Sonderwünsche tauchen auf, Künstler sind mit den voraussichtlichen Unterkünften nicht zufrieden. Und das ist erst der Anfang.»

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Jenny erläutert weiter die Wichtigkeit von guten, persönlichen Kontakten. «Als Dave Grusin 2014 zu unserem Artist in Residence erkoren wurde, habe ich ihn in Kalifornien besucht.» so Jenny. «So entstand zum Beispiel die wundervolle Idee einer Zusammenarbeit von Grusin und den Bündner Philharmonikern. Solche neue Geschichten aus dem Nichts zu entwerfen ist eine grosse Genugtuung. Der Besuch war für uns beide eine Inspiration.» 

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Nach den Main Concerts werden dann auch die kleineren Konzerte angegangen. Bretscher dazu: «Klar macht es Spass Chick Corea zu organisieren, doch die kleinen Konzerte sind fast reizvoller. Wir können Talente entdecken und sie auch bewusst pushen. Die Gagen bewegen sich noch in aushaltbaren Sphären und die Künstler reisen mit viel Vorfreude an ein Festival mit internationalem Renomée. Und dazwischen sorgen die Top Acts mit neuen Wünschen dafür, dass mir nicht langweilig wird.»

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Wer den beiden zuhört, beschleicht das Gefühl, die Hürden seien endlos. Und Jenny bestätigt: «Eigentlich ist der Programmpunkt erst dann fix, wenn das Konzert beginnt.» Vieles sei schon passiert. So hat eine Band nur Tage vor dem Opening Konzert noch abgesagt, weil sie erst dann bemerkt haben, dass die Platzverhältnisse im Dracula für ihre gigantische Lichtshow nicht ausreichend sind. Ein anderer Künstler hat erst beim Eintreffen im Dracula erkannt, dass sein Manager versehentlich von einem Fassungsvermögen von 1500 Gästen ausgegangen ist. Richtig wären 150 Gäste. Hoppla. Das Konzert fand dann aber, für alle Seiten zufriedenstellend, trotzdem statt.